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"Einen Kaffee vielleicht? Oder ein Bier?" Wieder gleichzeitilg
"Ehm... am Freitag... meine Schwester wartet, wie gesagt..."
"Gerne, ich bin jedenfalls ... wahrscheinlich da ... aber .. ein bisschen Zeit müssten sie doch.. entschuldigung."
"Hm?" Damon sah ihn ein wenig verwirrt an.
"Ich meine, wenn das Büro offen gewesen wäre, dann wären sie auch nicht sofort wieder nach unten gekommen ..."
Damon fing an zu grinsen. "Naja,..." Er musterte den anderen noch einmal von oben bis unten. Entweder er war *sehr* einsam oder naiv...
Er sah aus, wie ein ziemlich gewöhnlicher Mitzwanziger - nur seine Kleidung war ... merkwürdig. Er hatte Taschen auf den Knien seine Hose aufgenäht. Und die Schuhe ....
"Ich... sollte trotzdem besser runtergehen. Ich hab meine Schwester sehr lange nicht gesehen und ich hab Gründe, einen möglichst guten Eindruck zu machen. Dazu gehört auch Ehrlichkeit..."
"Weshalb waren sie im Gefängnis? Wenn ich fragen darf?" Ein offener, blaugrüner Blick.
"Ich wurde der 3fachen Vergewaltigung und eines schweren Raubüberfalls angeklagt", erklärte Damon ruhig, weder ärgerlich, noch nervös. Sachlich.

"Und... waren sie es?"
Damon schüttelte leicht den Kopf. "Nein." 10 Jahre... 10 Jahre... 10... Jahre... nicht gelebt...
Sonderbarerweise nickte der junge Mann nur. "Ich will sie nicht aufhalten... Ihre Schwester ist sicher im Moment sehr wichtig für sie, als Bezug ... und so. Aber kommen sie vorbei, wenn sie Zeit haben. Ich bin ihnen sehr dankbar..."
"Ich werde die nächsten Tage gern mal vorbeischauen.... spätestens am Freitag..." Er deutete zur Tür mit dem Schild.
Der Jüngere nickte. "Ich bin da."
Damon lächelte noch einmal, "Bis dann..." Und ging wieder zum Fahrstuhl... zögerte... und nahm dann die Treppe nach unten.
Cilla war am Handy. "Ja, meinst du ich finde es gut? Weiß ich, was ich mir da ins Haus hole?" Sie sprach laut, aufgeregt. "Damals war er fähig, zwei junge Mädchen zu vergewaltigen und eine junge Frau ... und jetzt war er 10 Jahre im Knast..."
Damon wurde aprubt langsamer, als er das hörte. Es... tat weh. Warum glaubte sie denen? Warum nicht ihm, ihrem einzigen Bruder? Warum konnte sie ihn nicht genug einschätzen um zu wissen, daß er so etwas nie getan hätte?
"Ja, mein Gott, Donald. Ich rufe sofort bei so einer Unterkunft an. Die Kinder stellen sonst noch Fragen..."
Damon runzelte die Stirn. Also hatte sie ihnen wirklich nichts von ihm erzählt... er hatte sich vorgenommen, nachzuholen, was er verpasst hatte... endlich zu Leben... selbst WENN er der Täter gewesen wäre... hätte er dann nicht schon genug dafür gebüst?
"Ja, Donald, ich verstehe, dass du solange nicht kommst."
Damon biss die Zähne zusammen. Ja, Donald, halt dich bloß von mir fern... ich hab jetzt auch Ahnung davon, wie Männer Männer vergewaltigen, sicher würde ich dir das auch antun, selbst wenn du fett und hässlich bist!
"Ja, ich dich auch. Küssli..."
Damon griff nach der Tür, öffnete sie und setzte sich. "Da ist zu, bis Freitag, sorry, daß es trotzdem so lang gedauert hat, der Fahrstuhl war hängen geblieben..."
Sie zuckte zusammen. "Oh. ja, kein Problem..."
"Willst du mich gleich bei irgendeiner Pension raussetzen oder habe ich wenigstens einen Moment, um mit dir zu reden?", fragte er... kühl.
"Bitte?" fragte sie verwirrt. Ihre Hand, die nach dem Zündschlüssel gegriffen hatte, sank herab. "Was willst du reden?"
"Nicht hier... bei dir daheim. Falls du mich in dein Haus lässt." Er sah sie an.
"Ich .... du kannst erstmal mit mir hochkommen..."
Damon nickte langsam, sah wieder nach vorn auf die Straße. "Ich hab mich drauf gefreut, deine Kinder kennen zu lernen... und ich wollte so gern kochen..." Er seufzte.
"Kochen?" Sie sah ihn verwirrt an. "Wieso .. kochen?"
Damon zuckte mit den Schultern, "Keine Ahnung. Weil ich 10 Jahre gegessen habe, was man mir vorsetzte. Und im Gefängnis wird man nicht eben wie ein Gourmet behandelt."
"Nun ... ich dachte ... normalerweise koche ich nur was schnelles. Ich ess ind er Kantine und die Mädchen in der Schule."
Damon nickte, "Naja, werd ich eben noch warten müssen... wie alt sind die Beiden?" Er sah sie wieder an, lächelte.
"6 und 8." Sie lächelte auch, startete dann den Wagen.
"Und wie heißen sie?", fragte er weiter, beobachtete dann wieder die Straße, die Gebäude, die Menschen, als sie fuhren.
"Linda und Romey."
"Niedlich..." Wieder hatte er die Hände im Schoß gefaltet, wartete, wo es hin ging. "Ehm... hast du... noch welche von meinen Sachen? Ich glaube zwar nicht, daß mir meine Kleider noch passen, aber... naja..."
"Nein, leider nicht. Sie sind als Mama starb weggekommen. Sie hatte sie aufgehoben..."
Damon seufzte. "Verstehe...", murmelte er. Nicht mal eine Kiste... nichts...
"Tut mir leid. Ich bin zweimal umgezogen seit ... dem. Und wie du schon sagtest... sind ja auch unmodisch die Sachen."
"Ja, ging mir weniger um die Kleider, mehr um meine Kassetten, meine Bücher,... Erinnerungen eben." Er sah zu ihr rüber, dann wieder auf die Straße.
"Es gibt die alten Sachen doch inzwischen alle auf CD", versuchte sie zu trösten.
"Mhmm..." Damon schwieg dann, im Auto ließ es sich einfach nicht gut reden. Er sah Leuten gern in die Augen dabei.
Sie kamen an eine Siedlung mit Häusern, denen die Zeit ihren Schick genommen hatte. Es sah .. billig aus. Nicht schäbbig, aber billig. "Hier..." meinte sie.
Damon war im Moment alles recht. Es war *draussen*, nicht da drin. Nicht geschlossen, sondern offen. Man hatte die Wahl... "Sieht schön aus", sagte er und meinte es sogar ehrlich. Vieles gewann nach der langen Zeit an Schönheit.
"Ja, findest du?" Sie zuckte die Schulter. "Peter und ich wollten uns ein Haus suchen ... aber.."
"Ich finde es schön, ja...", lächelte er und sah wo anders hin, als er ein wenig trübsinnig daran dachte, daß er nicht wirklich willkommen war.
Sie stieg aus, und sie gingen hinein. Es war Parterre. Kindergeschrei klang durch die Türe.
Damon bekam davon beinah schon Herzklopfen, er war aufgeregt... "Sie kennen mich nicht, hm?", fragte er nochmal. "Ich meine, sie wissen nicht mal, daß sie nen Onkel haben..."
"Nein, wissen sie nicht." Die Tür flog auf. "Mama!" Eine braunhaarige 8 jährige stand vor ihnen, kleine Pinselzöpfe am Hinterkopf, eine geringeltes Kleidchen mit einem Pikatschu drauf an.
Damon lächelte, wartete, bis sie Mama Hallo gesagt hatte. Er hatte ein wenig Angst, sie könnten ihn nicht mögen.
Sie sah von ihrer Mama zu ihm. "Hallo... " sagte sie, nicht übermäßig interessiert. "Das ist Damon... ein .. Freund."
"Hallo, Damon.." sagte sie dann. "Ich bin Linda."
"Hallo Linda..." Er ging auf Augenhöhe mit ihr. 'Ein Freund'. "Wie gehts dir?"
"Ohja. ganz gut. Romey hat wieder Nasenbluten, Mama.."
"Hat sie das denn öfter?", fragte er nach und sah an ihr vorbei in den Flur.
"Ja, leider. Seit sie klein ist." Ein leises Wimmern kam von drinnen.
"Dann schaun wir mal nach ihr, hm?" Er stand auf, bot ihr seine Hand an, "Führst du mich zu ihr?"
"Bist du Arzt? Du siehst nicht so aus." Sie brachte ihn hinein. Pricialla sah ihm nachdenklich hinterher.
"Neee, Arzt nicht, aber ich kann ja trotzdem mal schauen, oder?" Damon folgte ihr mit einem Lächeln.
Romey sah aus wie eine Elfe. Sie war Blond, hatte kleine Zöpfe geflochten, die ihr zartes Gesicht umrahmten. Sie hatte tiefblaue Augen, die im Kranz von dunkelgoldenen Wimpern traurig blickten. Sie drückte ein Tuch auf den untern Teil ihres Gesichts.
Damon war gleich vom größten Mitleid erfasst. "Oh jeee...", meinte er und hockte sich neben sie. "Ich bin Damon, ein Freund deiner Mama... Linda, bringst du mir mal ein Küchentuch mit Eiswürfeln drin?" Er lächelte Romey an.
Sie sah ihn über das Tuch, das dunkelrote Flecken aufwies hinweg an. Erschreckend war, dass sie wirkte, als sei sie Schmerzen gewöhnt.
Damon sah wirklich nicht aus wie ein Verbrecher, eher, als könnte er sehr gut ein treusorgender Familievater sein. Aber Cilla ignorierte er im Moment völlig. "Es ist gleich vorbei..", meinte er und lächelte aufmunternd. "Ich kenn das, hatte ich auch schon..."
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