Damon - Pfannkuchen!
(Sorry, ich hatte den teil hier vergessen, der is ja auch schon fertig ^^.)
Damon war gleich vom größten Mitleid erfasst. "Oh jeee...", meinte er und hockte sich neben sie. "Ich bin Damon, ein Freund deiner Mama... Linda, bringst du mir mal ein Küchentuch mit eiswürfeln drin?" Er lächelte Romey an.
Sie sah ihn über das Tuch, das dunkelrote Flecken aufwies hinweg an. Erschreckend war, dass sie wirkte, als sei sie Schmerzen gewöhnt.
Damon sah wirklich nicht aus wie ein Verbrecher, eher, als könnte er sehr gut ein treusorgender Familievater sein. Aber Cilla ignorierte er im Moment völlig. "Es ist gleich vorbei..", meinte er und lächelte aufmunternd. "Ich kenn das, hatte ich auch schon..."
Linda brachte das Tuch und die Eiswürfel. "Die hat das immer..."
Damon nahm den kleinen Beutel entgegen und hielt ihn vorsichtig an ihren Nacken, legte dabei seine große Hand um ihre kleine, die sie an ihrem Gesicht hatte. "Geht gleich vorbei...", murmelte er beruhigend und lächelte ihr zu.
"Ja, sicher..." meinte sie leise.
Kurz presste er die Lippen zusammen und wartete, schaute manchmal, ob es aufgehört hatte. Cissy ignorierte er imer noch.
Sie musterte ihn. "Wer bist du?"
"Ich heiße Damon. Ich... bin euer Onkel. Ich war laaaaaaaaange weg." Er lächelte. Sollte Pricilla ihm doch den Buckel runterrutschen.
"Oh, dann kommt Onkel Donald jetzt nicht mehr?"
Damon lachte, "Doch, der kommt bestimmt noch... ich bin nicht SO ein Onkel... eure Mama ist meine Schwester."
"Mama hat keine Schwester" erklärte Romey, das Blut hatte aufgehört zu laufen.
Damon musste ein Grinsen unterdrücken, "Klar, ich bin ja auch ihr Bruder..." Er wische ihr vorsichtig die Nase ab.
"Bleibst du dann hier?" fragte der kleine Engel.
Ein leises Lächeln huschte über sein Gesicht. "Mal sehen, wenn eure Mama das erlaubt. Ich muss mir eine Wohnung suchen. Aber ich kann euch vielleicht ja mindestens besuchen."
"Du kannst hierbleiben. Statt Pappa." meinte das Mädchen, und sah ihn hoffnungsvoll an.
Damon strich ihr über die Wange, "Ich glaube, da hat Onkel Donald was gegen..."
"Und, wen kümmert das?" fragte Linda trotzig.
Seine Augen funkelten, als er lachte, "Nahnah, das geht nicht. Aber ich komm euch bestimmt besuchen... vielleicht darf ich ja auch erstmal ein paar Tage bleiben..."
"Mama, ist das Oky?" fragte Linda.
"Nunja..."
Damon sah, noch immer neben dem Mödchen hocken, zu ihr hoch. Er machte keine lieben Augen, er sah sie nur... an.
Sie sah ihn nicht an, sah ihm nicht in die Augen.
"Cilla? Sieh mich an. Bitte."
Sie blickte ihre ältere Tochter an. "Der Onkel bleibt ein paar Tage.."
Er seufzte leise und senkte den Blick, sah dann wieder zu den beiden, "Und wenn ihr wollt und eure Mama das erlaubt kochen wir zusammen... Pfannkuchen, hm?"
"Oh, ja!" meinte Romey
"Mit Schokolade!" meinte Linda.
"Bist du Koch?"
"Nee, auch das nicht... ich bin Schlosser." Er schmunzelte, die beiden waren *wirklich* niedlich.
"Carry ist Koch."
"Ah, Carry...", nickte Damon und zwinkerte dann, "Und wer ist Carry?" Er setzte sich aufs Sofa, vorn auf die Kante, um nicht gleich den Eindruck zu machen, er beanspruche es für sich.
"Der Bruder von Mamas Freundin, die wo gestorben ist...", meinte Linda.
"Er hat auf der Beerdigung gekocht."
"Aber keine Pfannkuchen."
"Aaaahso... naja... ich hab lange lange nicht mehr gekocht, wollen wir es dann trotzdem versuchen?"
"Ja, sicher. Mama, ist doch recht, oder?"
Damon sah auch zu ihr, dann sah er sich im Raum um, sie würde ihn wohl doch nicht anschauen.
Sie erwiderte seinen Blick kurz. "Ist schon in Ordnung, wenn ihr hinterher aufräumt."
"Zu Befehl, Ma'am..." Er stand auf und bot ihnen jeweils eine Hand an, "Dann zeigt mir mal die Küche..."
Die Mädchen griffen zu und brachten ihn in eine kleine, wenig gemütliche Küche.
Die Arbeitsplatte klebte etwas von Fett. und die Gewürzgläser auf der Abzugshaube klebten so an, dass man sie kaum herunterbekam. Im Kühlschrank waren aber wenigstens Milch, Fett und Eier.
Damon suchte noch das Mehl dazu, den Zucker und ein wenig Zimt. Dann machte er sich mit den Kleinen dran, vergaß erstmal seine Sorgen.
Die Beiden sahen hinterher aus wie feine Damen, gepudert.
Und mit schokoladigen Schönheitsflecken ... die recht großzügig den ganzen Mund umgaben.
"Das war gut!" meinte Linda dann.
Der große Mann nickte beipfichtend. "Wir machen noch schnell sauber und dann essen wir, ja?", schlug er vor.
"Oky.." Brav trugen die Kinder alles zusammen.
Damon half, spülte... wischte nebenbei auch Sachen weg, die sie nicht erst verursacht hatten.
Die Mädchen deckten den Tisch, dann lief Linda raus, kam wieder mit der Info. "Mama telefoniert noch!"
Damon nickte, "Warten wir noch auf sie... hast du ihr gesagt, daß es Essen gibt?" Er rückte die Sachen zurecht.
"Ja, sie sagt, wir können schon anfangen.." Herablassend sagte sie: "Donald..."
Seufzend verdrehte er die Augen, "Jaja... Donald Duck... quackquackquack...", machte er die bekannte Ente nach.
Die Mädchen lachten glockenhell. "Willst du ein Bild von Papa sehen?"
Damon nickte, "Gern... ich hab ihn ja leider gar nicht kennengelernt... sehr ihr ihn noch?" Er tat ihnen je einen Pfannenkuchen auf.
Romey rutschte wieder vom Stuhl, wieselte davon.
"Nee, tun wir nicht."
"Wollt ihr nicht, dürft ihr nicht?", fragte er nach und sah ihr hinterher, dann wieder Linda an.
"Papa will nicht."
Damon war überrascht. "EUCH Engel will er nicht sehen?" Hat der se noch alle?" Er klang nicht ganz so empört, wie er war, aber sicher genug. Er schnalzte abfällig mit der Zunge.
"Er hat nicht gewollt, dass das Sorgerecht geteilt wird.." meinte Linda altklug.
"HIER!" verkündete Romey und hielt ihm einen Bilderrahmen hin.
Damon nahm ihn sich und betrachtete diesen Mann. "Naja, und warum wollte er das nicht?"
Es war ein schwarzweiß Portrait. Und der Kerl war ... Zucker. Er war eindeutig Romeys Vater, blond, mit dunklen, klaren Augen, aber männlich dabei.
"Ist ihm zu anstregend - sagt Mama."
"Hm..." Damon musterte ihn einen Moment, bedankte sich noch einmal fürs bringen, "Zumindest hat eure Mutter geschmack..."
Pricialla kam herein. "Tut mir leid... dass ich euch hab warten lassen."
"Oh, kein Problem." Er lächelte und legte das Bild weg. "Die Beiden sind wahre Engel, sie haben mir wunderbar geholfen!", strahlte er. Ob ich dir dankbar sein muss, Cilla, daß du mich überhaupt mit ihnen allein lässt?
"Ja, sie sind richtige kleine Mädchen. Peter hat das gemocht." Er hatte keine Tür gehen hören, als sie kam. Alles Türen zwischen der Küche und dem Raum, in dem sie telefoniert hatte, mußten offen gewesen sein.
Sie setzte sich.
Damon gab auch ihr einen Pfannkuchen auf den Teller, lächelnd. Er fühlte sich großartig dabei... Essen so lang man wollte... kochen was man wollte...
"Hast du eine Ahnung, wie es weitergeht?"
Eigentlich hatte er gehofft, wenigstens noch während des Essens damit verschont zu werden. "Ich werde mir einen Job suchen und eine Wohnung und am Freitag da vorbei gehen. Ich... würde auch wegen dem Job gern deine Adresse als Wohnsitz angeben, weil ohne das keinen Job und ohne Job keine Wohnung... ich will nicht fest einziehen, aber so finde ich sicher schneller was... falls... mich jemand nimmt...", murmelte er leise.
"Hm.. ja..sicher.." murmelte Pricialla. "bitte versteh mich nicht falsch ..."
"Maaaaaaaaaaama.." meinte Linda. "Kann Onkel Damon niiiiicht hiiiiiiiiiiiiiiiiiier bleiben...?"
Damon musste darüber lächeln, sagte aber erstmal nichts. 'Versteh mich nicht falsch... hah!'
"Das wäre doch viel zu eng...." meinte Pricilla.
"Oh, mit Papa ging es doch auch", meinte Linda.
"Und dann bleibt dafür Donald da, wo der Pfeffer wächst!" meinte Romey.
Jetzt konnte er nicht anders, als lachen, "Kinder! Oje, macht doch eurer armen Mama nicht solche Sorgen... Sie hat Onkel Donald sehr lieb, auch wenn ihr ihn vielleicht nicht mögt, müsst ihr das akzeptieren. Eure Mama sollte ja auch eure Freunde akzeptieren, oder? Also... ich bleibe ein paar Tage und suche mit ne eigene Wohnung, auch ganz in der Nähe, ja?"
"Aber du kannst doch dann wenigstens AUCH hier sein. Als unser Freund - das muss Mama dann akzeptieren, hast du selbst gesagt!" meinte Linda.
"Auja!" meinte Romey.
"Es ist doch kein Platz..." erklärte Cilla lahm.
"Er kann mit in meinem Bett schlafen, statt Ygor", bot Romey an.
"Nein!" meinte Pricilla, ein wenig zu heftig.
Einen Moment sah Damon sie an. Beinah, als sei er selbst erschrocken. DAS unterestellte er ihr? DAS? "Romey,... ich..." Es hatte ihn wirklich aus der Fassung gebracht. "Ich brauch auf jeden Fall mein eigenes Bett. Ich bin ziemlich groß, weißt du und... naja, ich schlaf ganz schrecklich unruhig und schnrach ganz laut." Er machte es deutlich vor, grinste sie an.
"Das macht nichts. Linda weint im Schlaf."
Damon presste die Lippen zusammen, runzete leicht die Stirn, "Ehrlich, Linda? Warum denn?" Er sah sie besorgt an.
"Ich weiß nicht... ", meinte sie unglücklich. "Ich schlaf doch dann..."
"Träumst du manchmal? Vor ein paar Jahren hab ich auch manchmal im Schlaf geweint."
"Hast du?" fragte Romey. "Warst du denn da noch klein?"
"Nein, klein war ich da nicht mehr, da war ich schon erwachsen. Aber da gings mir nicht gut, da sind schlimme Sachen passiert und da hab ich Nachts geweint wegen", erklärte er.
Romey rutschte einmal mehr vom Stuhl, kletterte auf seinen Schoß und schlang die Arme um seinen Hals. Sie wisperte in sein Ohr: "So mach ich immer bei Linda, dann ist wieder gut.."
Pricilla aß ihren Pfannkuchen mit gesenktem Blick.
Ein sanftes Lächeln lag auf seinen Lippen, er hatte die Hände auf ihrem Rücken, bedeckte ihn so fast ganz und drückte sie kurz vorsichtig an sich. "Das hätte mir ganz bestimmt auch geholfen..."
Sie schnupperte an seinem Hals. "Du solltest mal duschen, du riechst, als könntest du das brauchen."
Damon kicherte, "Das kitzelt... ja.. ehm, Cilly, habt ihr ne Badewanne?", fragte er und klang hoffnungsvoll.
"Ja, schon... aber ... man kann sie nicht nutzen.."
"Sie ist voller Zeug." erklärte Linda.
"Darf ich sie freiräumen? Ich hab seit Jahren nicht gebadet, ich... würde es *wirklich* gern wieder mal tun..."
"Ich helf dir!" verkündete Linda. Und natürlich krähte Romey: "Ich auch!"
Er sah seine Schwester an, breit und glücklich lächelnd. Nicht, weil er sie ärgern wollte, nein, er freute sich einfach nur sehr.
Sie nickte. Das Telefon klingelte.
"Entschuldigt..."
"Los, gehen wir!", meinte Linda und strebte aus der Küche.
Damon stand dann auf, meinte noch, er würde den Rest Geschirr danach machen und folgte ihnen. Er fragte sich ernsthaft, ob Cilla *nur noch* telefonierte.
Die Badewanne war voll mit Spielsachen, dreckiger Wäsche, Haarwicklern. Zeug eben.
Ein tiefes Seufzen, dann wurde sortiert und aufgeräumt.
Darunter war Dreck. Kalk und Schmutz.
"Ich bin gleich wieder da...", rief Pricilla vom Flur her.
"Jaha!", rief Damon zurück, suchte dann nach Schrubber und Putzmittel. Er *wollte* baden. Es *musste* sein. Er wusste, das war stur, aber das war ihm egal.
Die Mädchen wußten, wo die Sachen waren, malten mit dem blauen Reiniger Muster auf den Wannenboden, während er den Lappen im Waschbecken auswusch.
"Papa hat auch gern gebadet.."
"Vermisst ihr ihn?", fragte er und drückte und quetschte die Stofftücher, bis das Wasser halbwegs klar wieder aus ihnen rauskam.
"Ja, sicher...", meinte Linda.
"Ganz doll..."
"Hm." Damon wunderte sich ein wenig, sagte aber nichts weiter. "Romey, war deine Mama schonmal beim Arzt mit dir, wegen dem Nasenbluten?" Er wusch die Wanne aus, gründlich.
"Ja, ganz oft..." Sie beugte sich vor, um ebenfalls zu schrubben. "Ich war schon fast so oft beim Doktor wie Papa. "
"IHH..!", rief Linda, weil Blut aus Romey Nase in die Wanne lief.
"Oh nein...", meinte Damon betroffen, "Schon wieder... Linda, holst du wieder das Eis im Tuch, bitte?" Er nahm einen sauberen Lappen, Romey auf seinen Schoß und hielt ihn ihr vorsichtig unter die Nase, streichelte dabei ihren Kopf.
Sie lehnte sich an ihn. "Wenn ich mich vorbeuge..." meinte sie kläglich.
"Was hat denn der Doktor bisher gesagt?", fragte er leise. "Und warum war euer Vater so oft da?" Er wiegte sie sanft.
"Der Dr. hat gesagt ... das ist halt so." Sie sah zu ihm auf. "Und Papa war bei einem ganz anderen Arzt, der war aber doof, der hatte keine Gummibärchen."
Damon lächelte leicht, nickte und wartete, daß Linda zurückkam.
Sie kam angerannt. "Ich hab auch gleich neue Eiswürfel gemacht..." verkündete sie.
"Gute Idee..." Damon lächelte und kühlte wieder Romeys Nacken, bis es nachließ.
Linda spülte derweil die Wanne aus. "Ich pass sonst immer auf sie auf. Hab ich Paps versprochen..." erklärte sie dabei.
"Das ist gut. Ich pass jetzt mit auf, vier Augen sehn besser als zwei." Er half dann auch wieder.
"Fein, dann musst du aber auch hierbleiben", schlussfolgerte Linda sehr logisch.
"Kann ich leider nicht... eure Mama will das bestimmt nicht. Aber ich passe mmer auf, wenn ich da bin, ok?"
"Na gut.. das ist aber nur die halbe Miete.." meinte Linda und rannte raus, brachte ein T.Shirt. Auf Romeys kleinem Kleid waren Blutflecken.
"Oh, gute Idee... hilf ihr beim umziehen, Linda, ich mach die Wanne dann fertig."
Linda half Romey dann und erklärte schließlich: "Ich bring sie ins Bett, was meinst du? Und dann guck ich Digimons."
Damon lächelte, "Klingt gut. Ich bring dich mit ins Bett", erklärte er Romey, "Dann kann ich auch mal euer Zimmer sehn..."
"Fein.." Sie ging vor, hüpfte in ein niedlich eingerichtetes Mädchenschlafzimmer in dem zwei Betten standen.
Damon sah sich um, lächelnd. Welch ein unterschied zu grauen, kalten Gefängniszellen. Einen winzigen Moment spielte er mit dem Gedanken sein Zimmer so einzurichten, verwarf es aber gleich wieder.
Inzwischen erklärte Linda ihm alles mögliche. Und dann hielt sie ihm eine große gelbe Plüschkugel hin, die "Pikatschu" sagte.
"Uh...", machte Damon nicht sehr intelligent und nahm das Ding grinsend. "Wie lustig..."
"Das ist Pikatschu."
"Aaaaahaa... warte, wir bringen Romey ins Bett und dann erzählst du mir alles, bis deine Mama wieder da ist. Ich bad besser dann erst." Er lächelte und sorgte dafür, daß die Kleine ordentlich ins Bett kam, gab ihr einen Gute Nacht Kuss auf die Stirn. "Schlaf gut, kleines Engelchen..."
"Ach was, geh doch jetzt baden ich will doch eh fernsehen." meinte Linda.
"Tu ich.." meinte Romey.
Damon streichelte ihr über die Wange und nahm Linda mit raus, "Neinnein, ich mag mitgucken..." Er wollte länger im Bad bleiben, wollte die Tür abschließen und das allein sein im warmem Wasser geniessen können. Und er wollte nicht das Risiko eingehen, dann irgend einem Mädchen, das Nasenbluten hatte schnell Beistand leisten zu müssen - so lieb er sie auch schon hatte.
"Nagut..:" Sie streckte sich auf dem Boden vor dem Fernseher aus und so kam Damon in den "Genuß" Einer Folge Digimon. "Papa wollte nicht, das wir soviel fernsehen."
"Schaut ihr denn viel?", fragte er und sah fasziniert auf den Flimmerkasten. Was es doch für einen Schrott gab...
Damon war gleich vom größten Mitleid erfasst. "Oh jeee...", meinte er und hockte sich neben sie. "Ich bin Damon, ein Freund deiner Mama... Linda, bringst du mir mal ein Küchentuch mit eiswürfeln drin?" Er lächelte Romey an.
Sie sah ihn über das Tuch, das dunkelrote Flecken aufwies hinweg an. Erschreckend war, dass sie wirkte, als sei sie Schmerzen gewöhnt.
Damon sah wirklich nicht aus wie ein Verbrecher, eher, als könnte er sehr gut ein treusorgender Familievater sein. Aber Cilla ignorierte er im Moment völlig. "Es ist gleich vorbei..", meinte er und lächelte aufmunternd. "Ich kenn das, hatte ich auch schon..."
Linda brachte das Tuch und die Eiswürfel. "Die hat das immer..."
Damon nahm den kleinen Beutel entgegen und hielt ihn vorsichtig an ihren Nacken, legte dabei seine große Hand um ihre kleine, die sie an ihrem Gesicht hatte. "Geht gleich vorbei...", murmelte er beruhigend und lächelte ihr zu.
"Ja, sicher..." meinte sie leise.
Kurz presste er die Lippen zusammen und wartete, schaute manchmal, ob es aufgehört hatte. Cissy ignorierte er imer noch.
Sie musterte ihn. "Wer bist du?"
"Ich heiße Damon. Ich... bin euer Onkel. Ich war laaaaaaaaange weg." Er lächelte. Sollte Pricilla ihm doch den Buckel runterrutschen.
"Oh, dann kommt Onkel Donald jetzt nicht mehr?"
Damon lachte, "Doch, der kommt bestimmt noch... ich bin nicht SO ein Onkel... eure Mama ist meine Schwester."
"Mama hat keine Schwester" erklärte Romey, das Blut hatte aufgehört zu laufen.
Damon musste ein Grinsen unterdrücken, "Klar, ich bin ja auch ihr Bruder..." Er wische ihr vorsichtig die Nase ab.
"Bleibst du dann hier?" fragte der kleine Engel.
Ein leises Lächeln huschte über sein Gesicht. "Mal sehen, wenn eure Mama das erlaubt. Ich muss mir eine Wohnung suchen. Aber ich kann euch vielleicht ja mindestens besuchen."
"Du kannst hierbleiben. Statt Pappa." meinte das Mädchen, und sah ihn hoffnungsvoll an.
Damon strich ihr über die Wange, "Ich glaube, da hat Onkel Donald was gegen..."
"Und, wen kümmert das?" fragte Linda trotzig.
Seine Augen funkelten, als er lachte, "Nahnah, das geht nicht. Aber ich komm euch bestimmt besuchen... vielleicht darf ich ja auch erstmal ein paar Tage bleiben..."
"Mama, ist das Oky?" fragte Linda.
"Nunja..."
Damon sah, noch immer neben dem Mödchen hocken, zu ihr hoch. Er machte keine lieben Augen, er sah sie nur... an.
Sie sah ihn nicht an, sah ihm nicht in die Augen.
"Cilla? Sieh mich an. Bitte."
Sie blickte ihre ältere Tochter an. "Der Onkel bleibt ein paar Tage.."
Er seufzte leise und senkte den Blick, sah dann wieder zu den beiden, "Und wenn ihr wollt und eure Mama das erlaubt kochen wir zusammen... Pfannkuchen, hm?"
"Oh, ja!" meinte Romey
"Mit Schokolade!" meinte Linda.
"Bist du Koch?"
"Nee, auch das nicht... ich bin Schlosser." Er schmunzelte, die beiden waren *wirklich* niedlich.
"Carry ist Koch."
"Ah, Carry...", nickte Damon und zwinkerte dann, "Und wer ist Carry?" Er setzte sich aufs Sofa, vorn auf die Kante, um nicht gleich den Eindruck zu machen, er beanspruche es für sich.
"Der Bruder von Mamas Freundin, die wo gestorben ist...", meinte Linda.
"Er hat auf der Beerdigung gekocht."
"Aber keine Pfannkuchen."
"Aaaahso... naja... ich hab lange lange nicht mehr gekocht, wollen wir es dann trotzdem versuchen?"
"Ja, sicher. Mama, ist doch recht, oder?"
Damon sah auch zu ihr, dann sah er sich im Raum um, sie würde ihn wohl doch nicht anschauen.
Sie erwiderte seinen Blick kurz. "Ist schon in Ordnung, wenn ihr hinterher aufräumt."
"Zu Befehl, Ma'am..." Er stand auf und bot ihnen jeweils eine Hand an, "Dann zeigt mir mal die Küche..."
Die Mädchen griffen zu und brachten ihn in eine kleine, wenig gemütliche Küche.
Die Arbeitsplatte klebte etwas von Fett. und die Gewürzgläser auf der Abzugshaube klebten so an, dass man sie kaum herunterbekam. Im Kühlschrank waren aber wenigstens Milch, Fett und Eier.
Damon suchte noch das Mehl dazu, den Zucker und ein wenig Zimt. Dann machte er sich mit den Kleinen dran, vergaß erstmal seine Sorgen.
Die Beiden sahen hinterher aus wie feine Damen, gepudert.
Und mit schokoladigen Schönheitsflecken ... die recht großzügig den ganzen Mund umgaben.
"Das war gut!" meinte Linda dann.
Der große Mann nickte beipfichtend. "Wir machen noch schnell sauber und dann essen wir, ja?", schlug er vor.
"Oky.." Brav trugen die Kinder alles zusammen.
Damon half, spülte... wischte nebenbei auch Sachen weg, die sie nicht erst verursacht hatten.
Die Mädchen deckten den Tisch, dann lief Linda raus, kam wieder mit der Info. "Mama telefoniert noch!"
Damon nickte, "Warten wir noch auf sie... hast du ihr gesagt, daß es Essen gibt?" Er rückte die Sachen zurecht.
"Ja, sie sagt, wir können schon anfangen.." Herablassend sagte sie: "Donald..."
Seufzend verdrehte er die Augen, "Jaja... Donald Duck... quackquackquack...", machte er die bekannte Ente nach.
Die Mädchen lachten glockenhell. "Willst du ein Bild von Papa sehen?"
Damon nickte, "Gern... ich hab ihn ja leider gar nicht kennengelernt... sehr ihr ihn noch?" Er tat ihnen je einen Pfannenkuchen auf.
Romey rutschte wieder vom Stuhl, wieselte davon.
"Nee, tun wir nicht."
"Wollt ihr nicht, dürft ihr nicht?", fragte er nach und sah ihr hinterher, dann wieder Linda an.
"Papa will nicht."
Damon war überrascht. "EUCH Engel will er nicht sehen?" Hat der se noch alle?" Er klang nicht ganz so empört, wie er war, aber sicher genug. Er schnalzte abfällig mit der Zunge.
"Er hat nicht gewollt, dass das Sorgerecht geteilt wird.." meinte Linda altklug.
"HIER!" verkündete Romey und hielt ihm einen Bilderrahmen hin.
Damon nahm ihn sich und betrachtete diesen Mann. "Naja, und warum wollte er das nicht?"
Es war ein schwarzweiß Portrait. Und der Kerl war ... Zucker. Er war eindeutig Romeys Vater, blond, mit dunklen, klaren Augen, aber männlich dabei.
"Ist ihm zu anstregend - sagt Mama."
"Hm..." Damon musterte ihn einen Moment, bedankte sich noch einmal fürs bringen, "Zumindest hat eure Mutter geschmack..."
Pricialla kam herein. "Tut mir leid... dass ich euch hab warten lassen."
"Oh, kein Problem." Er lächelte und legte das Bild weg. "Die Beiden sind wahre Engel, sie haben mir wunderbar geholfen!", strahlte er. Ob ich dir dankbar sein muss, Cilla, daß du mich überhaupt mit ihnen allein lässt?
"Ja, sie sind richtige kleine Mädchen. Peter hat das gemocht." Er hatte keine Tür gehen hören, als sie kam. Alles Türen zwischen der Küche und dem Raum, in dem sie telefoniert hatte, mußten offen gewesen sein.
Sie setzte sich.
Damon gab auch ihr einen Pfannkuchen auf den Teller, lächelnd. Er fühlte sich großartig dabei... Essen so lang man wollte... kochen was man wollte...
"Hast du eine Ahnung, wie es weitergeht?"
Eigentlich hatte er gehofft, wenigstens noch während des Essens damit verschont zu werden. "Ich werde mir einen Job suchen und eine Wohnung und am Freitag da vorbei gehen. Ich... würde auch wegen dem Job gern deine Adresse als Wohnsitz angeben, weil ohne das keinen Job und ohne Job keine Wohnung... ich will nicht fest einziehen, aber so finde ich sicher schneller was... falls... mich jemand nimmt...", murmelte er leise.
"Hm.. ja..sicher.." murmelte Pricialla. "bitte versteh mich nicht falsch ..."
"Maaaaaaaaaaama.." meinte Linda. "Kann Onkel Damon niiiiicht hiiiiiiiiiiiiiiiiiier bleiben...?"
Damon musste darüber lächeln, sagte aber erstmal nichts. 'Versteh mich nicht falsch... hah!'
"Das wäre doch viel zu eng...." meinte Pricilla.
"Oh, mit Papa ging es doch auch", meinte Linda.
"Und dann bleibt dafür Donald da, wo der Pfeffer wächst!" meinte Romey.
Jetzt konnte er nicht anders, als lachen, "Kinder! Oje, macht doch eurer armen Mama nicht solche Sorgen... Sie hat Onkel Donald sehr lieb, auch wenn ihr ihn vielleicht nicht mögt, müsst ihr das akzeptieren. Eure Mama sollte ja auch eure Freunde akzeptieren, oder? Also... ich bleibe ein paar Tage und suche mit ne eigene Wohnung, auch ganz in der Nähe, ja?"
"Aber du kannst doch dann wenigstens AUCH hier sein. Als unser Freund - das muss Mama dann akzeptieren, hast du selbst gesagt!" meinte Linda.
"Auja!" meinte Romey.
"Es ist doch kein Platz..." erklärte Cilla lahm.
"Er kann mit in meinem Bett schlafen, statt Ygor", bot Romey an.
"Nein!" meinte Pricilla, ein wenig zu heftig.
Einen Moment sah Damon sie an. Beinah, als sei er selbst erschrocken. DAS unterestellte er ihr? DAS? "Romey,... ich..." Es hatte ihn wirklich aus der Fassung gebracht. "Ich brauch auf jeden Fall mein eigenes Bett. Ich bin ziemlich groß, weißt du und... naja, ich schlaf ganz schrecklich unruhig und schnrach ganz laut." Er machte es deutlich vor, grinste sie an.
"Das macht nichts. Linda weint im Schlaf."
Damon presste die Lippen zusammen, runzete leicht die Stirn, "Ehrlich, Linda? Warum denn?" Er sah sie besorgt an.
"Ich weiß nicht... ", meinte sie unglücklich. "Ich schlaf doch dann..."
"Träumst du manchmal? Vor ein paar Jahren hab ich auch manchmal im Schlaf geweint."
"Hast du?" fragte Romey. "Warst du denn da noch klein?"
"Nein, klein war ich da nicht mehr, da war ich schon erwachsen. Aber da gings mir nicht gut, da sind schlimme Sachen passiert und da hab ich Nachts geweint wegen", erklärte er.
Romey rutschte einmal mehr vom Stuhl, kletterte auf seinen Schoß und schlang die Arme um seinen Hals. Sie wisperte in sein Ohr: "So mach ich immer bei Linda, dann ist wieder gut.."
Pricilla aß ihren Pfannkuchen mit gesenktem Blick.
Ein sanftes Lächeln lag auf seinen Lippen, er hatte die Hände auf ihrem Rücken, bedeckte ihn so fast ganz und drückte sie kurz vorsichtig an sich. "Das hätte mir ganz bestimmt auch geholfen..."
Sie schnupperte an seinem Hals. "Du solltest mal duschen, du riechst, als könntest du das brauchen."
Damon kicherte, "Das kitzelt... ja.. ehm, Cilly, habt ihr ne Badewanne?", fragte er und klang hoffnungsvoll.
"Ja, schon... aber ... man kann sie nicht nutzen.."
"Sie ist voller Zeug." erklärte Linda.
"Darf ich sie freiräumen? Ich hab seit Jahren nicht gebadet, ich... würde es *wirklich* gern wieder mal tun..."
"Ich helf dir!" verkündete Linda. Und natürlich krähte Romey: "Ich auch!"
Er sah seine Schwester an, breit und glücklich lächelnd. Nicht, weil er sie ärgern wollte, nein, er freute sich einfach nur sehr.
Sie nickte. Das Telefon klingelte.
"Entschuldigt..."
"Los, gehen wir!", meinte Linda und strebte aus der Küche.
Damon stand dann auf, meinte noch, er würde den Rest Geschirr danach machen und folgte ihnen. Er fragte sich ernsthaft, ob Cilla *nur noch* telefonierte.
Die Badewanne war voll mit Spielsachen, dreckiger Wäsche, Haarwicklern. Zeug eben.
Ein tiefes Seufzen, dann wurde sortiert und aufgeräumt.
Darunter war Dreck. Kalk und Schmutz.
"Ich bin gleich wieder da...", rief Pricilla vom Flur her.
"Jaha!", rief Damon zurück, suchte dann nach Schrubber und Putzmittel. Er *wollte* baden. Es *musste* sein. Er wusste, das war stur, aber das war ihm egal.
Die Mädchen wußten, wo die Sachen waren, malten mit dem blauen Reiniger Muster auf den Wannenboden, während er den Lappen im Waschbecken auswusch.
"Papa hat auch gern gebadet.."
"Vermisst ihr ihn?", fragte er und drückte und quetschte die Stofftücher, bis das Wasser halbwegs klar wieder aus ihnen rauskam.
"Ja, sicher...", meinte Linda.
"Ganz doll..."
"Hm." Damon wunderte sich ein wenig, sagte aber nichts weiter. "Romey, war deine Mama schonmal beim Arzt mit dir, wegen dem Nasenbluten?" Er wusch die Wanne aus, gründlich.
"Ja, ganz oft..." Sie beugte sich vor, um ebenfalls zu schrubben. "Ich war schon fast so oft beim Doktor wie Papa. "
"IHH..!", rief Linda, weil Blut aus Romey Nase in die Wanne lief.
"Oh nein...", meinte Damon betroffen, "Schon wieder... Linda, holst du wieder das Eis im Tuch, bitte?" Er nahm einen sauberen Lappen, Romey auf seinen Schoß und hielt ihn ihr vorsichtig unter die Nase, streichelte dabei ihren Kopf.
Sie lehnte sich an ihn. "Wenn ich mich vorbeuge..." meinte sie kläglich.
"Was hat denn der Doktor bisher gesagt?", fragte er leise. "Und warum war euer Vater so oft da?" Er wiegte sie sanft.
"Der Dr. hat gesagt ... das ist halt so." Sie sah zu ihm auf. "Und Papa war bei einem ganz anderen Arzt, der war aber doof, der hatte keine Gummibärchen."
Damon lächelte leicht, nickte und wartete, daß Linda zurückkam.
Sie kam angerannt. "Ich hab auch gleich neue Eiswürfel gemacht..." verkündete sie.
"Gute Idee..." Damon lächelte und kühlte wieder Romeys Nacken, bis es nachließ.
Linda spülte derweil die Wanne aus. "Ich pass sonst immer auf sie auf. Hab ich Paps versprochen..." erklärte sie dabei.
"Das ist gut. Ich pass jetzt mit auf, vier Augen sehn besser als zwei." Er half dann auch wieder.
"Fein, dann musst du aber auch hierbleiben", schlussfolgerte Linda sehr logisch.
"Kann ich leider nicht... eure Mama will das bestimmt nicht. Aber ich passe mmer auf, wenn ich da bin, ok?"
"Na gut.. das ist aber nur die halbe Miete.." meinte Linda und rannte raus, brachte ein T.Shirt. Auf Romeys kleinem Kleid waren Blutflecken.
"Oh, gute Idee... hilf ihr beim umziehen, Linda, ich mach die Wanne dann fertig."
Linda half Romey dann und erklärte schließlich: "Ich bring sie ins Bett, was meinst du? Und dann guck ich Digimons."
Damon lächelte, "Klingt gut. Ich bring dich mit ins Bett", erklärte er Romey, "Dann kann ich auch mal euer Zimmer sehn..."
"Fein.." Sie ging vor, hüpfte in ein niedlich eingerichtetes Mädchenschlafzimmer in dem zwei Betten standen.
Damon sah sich um, lächelnd. Welch ein unterschied zu grauen, kalten Gefängniszellen. Einen winzigen Moment spielte er mit dem Gedanken sein Zimmer so einzurichten, verwarf es aber gleich wieder.
Inzwischen erklärte Linda ihm alles mögliche. Und dann hielt sie ihm eine große gelbe Plüschkugel hin, die "Pikatschu" sagte.
"Uh...", machte Damon nicht sehr intelligent und nahm das Ding grinsend. "Wie lustig..."
"Das ist Pikatschu."
"Aaaaahaa... warte, wir bringen Romey ins Bett und dann erzählst du mir alles, bis deine Mama wieder da ist. Ich bad besser dann erst." Er lächelte und sorgte dafür, daß die Kleine ordentlich ins Bett kam, gab ihr einen Gute Nacht Kuss auf die Stirn. "Schlaf gut, kleines Engelchen..."
"Ach was, geh doch jetzt baden ich will doch eh fernsehen." meinte Linda.
"Tu ich.." meinte Romey.
Damon streichelte ihr über die Wange und nahm Linda mit raus, "Neinnein, ich mag mitgucken..." Er wollte länger im Bad bleiben, wollte die Tür abschließen und das allein sein im warmem Wasser geniessen können. Und er wollte nicht das Risiko eingehen, dann irgend einem Mädchen, das Nasenbluten hatte schnell Beistand leisten zu müssen - so lieb er sie auch schon hatte.
"Nagut..:" Sie streckte sich auf dem Boden vor dem Fernseher aus und so kam Damon in den "Genuß" Einer Folge Digimon. "Papa wollte nicht, das wir soviel fernsehen."
"Schaut ihr denn viel?", fragte er und sah fasziniert auf den Flimmerkasten. Was es doch für einen Schrott gab...